Impfungen allgemein und Corona

Sehr geehrte Patienten und Patientinnen!

Folgende Impfungen werden nach dem Impfplan Österreich 2023, Version 1.1 vom 23. Dezember 2022 empfohlen.

1. Covid 19 Impfung: siehe auch unten. Für alle Grundimmunisierung und ab 18a Auffrischung empfohlen. Boosterfähigkeit bleibt jedoch zumindest für 9-12 Monate und wahrscheinlich länger erhalten.

2. Diphtherie, Tetanus, Pertussis und Poliomyelitis: 
Bis zum vollendeten 60. Lebensjahr Auffrischungsimpfungen regelmäßig alle 10 Jahre
Ab dem vollendeten 60. Lebensjahr alle 5 Jahre erfolgen (Boostrix Polio/Repevax). Wenn im Erwachsenenalter 2 oder mehr Auffrischungsimpfungen gegen Polio (mit IPV) vorliegen, wird danach nur noch gegen Diphtherie-Tetanus-Pertussis aufgefrischt (Boostrix).

3. Pneumokokken:
Bei der Impfung von Erwachsenen werden unterschieden: 
Gesunde Erwachsene bis zum vollendeten 60. Lebensjahr (kein erhöhtes Risiko): Impfung gegen Pneumokokken nicht allgemein empfohlen. 
Gesunde Erwachsene ab dem vollendeten 60. Lebensjahr (kein erhöhtes Risiko): Sequenzielle Impfung: 1 x PNC15 oder PNC20 (konjugierte Pneumokokkenvakzine, 15- valent oder 20-valent) und nach ≥ 1 Jahr 1 x PPV23 (23-valente Polysaccharidvakzine). Eine routinemäßige Wiederholung der Impfserie ist nicht vorgesehen. 
Erwachsene ab 50. Lebensjahr mit erhöhtem Risiko für schwere Pneumokokkenerkrankungen, wie beispielsweise Rauchen, Alkoholabusus, Hypertonie, Atherosklerose, subchronische Bronchitis etc.: 
Sequenzielle Impfung: PNC15 oder PNC20 und nach ≥ 1 Jahr PPV23. Und einmalige Wiederholung der Impfserie (PNC15 oder PNC20 + nach ≥ 1 Jahr PPV23) in einem Mindestabstand von 6 Jahren zur letzten PPV23. 
Personen mit hohem Risiko und entsprechender Indikation (): altersunabhängig sequenzielle Impfung, PNC15 oder PNC20 und nach ≥ 8 Wochen PPV23, Wiederholung der Impfserie alle 6 Jahre.

4. Herpes Zoster (Gürtelrose)
Für alle ab dem vollendeten 50. Lebensjahr empfohlen.
Bei Risikopatienten (u.a. Diabetes, Chronische Nierenerkrankung, Autoimmunerkrankungen, Rheuma) ab dem 18.  Lebensjahr.
Grundimmunisierung mit Shingrix (Todimpfstoff) empfohlen.
Über 50-jährige Personen nach einer COVID-19-Infektion haben ein erhöhtes Risiko an einem Herpes Zoster zu erkranken. Weitere Komplikationen sind Post-Zoster-Pruritus, bakterielle Superinfektionen und eine Augenbeteiligung (Zoster ophthalmicus) oder ZNS Manifestationen (Zoster Enzephalitis). Nach neueren Erkenntnissen steigt bei Herpes Zoster-Patientinnen und Patienten das Risiko für einen Myokardinfarkt oder Schlaganfall. Durch die Impfung wird die T-Zell vermittelte Immunabwehr gegen das Varizella-Zostervirus wieder gesteigert und das Auftreten von Herpes Zoster verhindert. Die Schutzrate des Impfstoffs gegen HZ liegt bei über 90 % und bleibt über Jahre wirksam.

5. Grippe/Influenza
Die Influenza-Impfung ist allgemein empfohlen, vorrangig für Personen ab dem vollendeten 60. Lebensjahr und noch nachdrücklicher ab dem vollendeten 65. Lebensjahr, chronisch Kranke (Herzkranke!), Personengruppen mit anderen Risikofaktoren sowie Personal im Gesundheitswesen und in der Altenpflege. 

6. HPV Impfung
Bis zum vollendeten 30. Lebensjahr unbedingt für alle (Frauen und Männer) empfohlen. 

7. Hepatitis A und Hepatitis B.
Hepatitis A vor allem bei geplanten Reisen. Die Hepatitis B-Impfung kann in jedem Lebensalter nachgeholt werden und ist bis zum vollendeten 65. Lebensjahr allgemein empfohlen. Ev. auch nach dem vollendeten 65. Lebensjahr (z.B. vor Gabe bestimmter Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen).

8. Masern/Mumps/Röteln
Alle Personen ab dem vollendeten 9. Lebensmonat, fehlende Impfungen sollen in jedem Lebensalter nachgeholt werden. Achtung bei Kinderwunsch (Risiko Fehlbildungen bei Erkrankung).

9. Meningokokken:
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Impfungen gegen Meningokokken B als auch Impfungen gegen Meningokokken C bzw. A, C, W135, Y empfohlen. Nachholimpfungen sind bis zum vollendeten 25. Lebensjahr empfohlen. Erwachsenenimpfung bei Indikation/Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko/andauernder Indikation incl. weitere Impfungen alle 5 Jahre empfohlen.

10. FSME: In Österreich ist kein Bundesland FSME-frei.
Grundimmunisierung: FSME-Immun: 3 Impfungen. Auffrischungsimpfungen: Erste Auffrischungsimpfung 3 Jahre, danach Auffrischungsimpfungen bis zum vollendeten 60. Lebensjahr alle 5 Jahre, ab dem vollendeten 60. Lebensjahr alle 3 Jahre. 

11. Affenpocken
Die Impfung ist nur für bestimmte Risikogruppen indiziert. Die Impfung der breiten Bevölkerung ist derzeit weder empfohlen noch vorgesehen.
Bei Personen, die noch gegen Pocken (Variola maior) geimpft wurden, geht man von einem potenziell hohen Maß an Kreuzprotektion aus. Sie sollten zumindest vor schweren Verläufen einer Affenpockeninfektion geschützt sein.
Mit Stand Dezember 2022 besteht eine gesetzliche Verpflichtung, alle verabreichten Impfungen gegen Affenpocken, COVID-19 und Influenza im e-Impfpass (zentrales Impfregister) zu dokumentieren (§ 4 Abs. 1 eHealthV). Die Speicherung aller anderen Impfungen ist ebenfalls zulässig und sinnvoll.

Informationen bezüglich Covid 19:

Unverändert wird die Covid 19 Schutzimpfung empfohlen, um einen schweren Verlauf (nicht die Erkrankung) zu verhindern. 

Für die Auffrischungsimpfung (4. Impfung) kann derselbe oder ein anderer Impfstoff eingesetzt werden, als für die Grundimmunisierung (3 Impfungen) angewandt wurde. Vorzugsweise werden bivalente mRNA-Impfstoffe oder VidPrevtyn Beta empfohlen, weil für diese eine Zulassung als Auffrischungsimpfung seitens der Europäischen Behörden vorliegt. Auffrischungsimpfungen können bei Personen ab 12 Jahren durchgeführt werden und werden jeder Person empfohlen, die sich schützen will. Für Personen von 12 bis 60 Jahren ist diese ab 6 Monate nach der 3. Impfung empfohlen. V.a. empfohlen für Personen ab 60. Lebesjahr, Personen mit dem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf (inkl. Schwangere), Personen mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko (Gesundheitspersonal, Langzeitpflege- oder Betreuungseinrichtungen etc.). Bei Personen ab 60 Jahren sowie Risikopersonen ist diese Impfung ab 4 Monate nach der 3. Impfung empfohlen. 

Risikopersonen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr und Personen ab dem vollendeten 60. Lebensjahr können ab 4 Monate nach der 4. Impfung eine weitere Auffrischungsimpfung (5. Impfung) erhalten. 

Therapie der Covid 19 Erkrankung erfolgt bei Risiko für einem schweren Verlauf mittels Tabletten. Diese Tabletten sollten so rasch wie möglich nach Erkrankung begonnen werden und sind für Risikopatienten bestimmt. Wenn Sie ein Risikopatient sind melden Sie sich daher bei Ihrem Arzt. Es gilt wie bei allen Viruserkrankungen je früher die Therapie beginnt, umso wirksamer. D.h. dem Tabletten müssen eingenommen werden, bevor die Symptome sich als schwerwiegend erwiesen haben. Es ist zu beachten, dass  möglicherweise einige ihrer Medikamente die sie regelmäßig einnehmen (z.B. gegen Cholesterin Erhöhunng oder zur Blutdruckeinstellung) nicht gemeinsam mit der antiviralen Therapie eingenommen werden dürfen. Darüber informiert sie ihr Arzt.

Es entspricht vermutlich der Natur des Menschen lieber eine Therapie von bereits bestehenden Beschwerden zu erhalten als im beschwerdefreien Zustand prophylaktisch etwas zu unternehmen. Zu bedenken ist, dass ein verhindertes Ereignis auch unbemerkt bleibt - sodass der Nutzen einer prophylaktischen Maßnahme für den Einzelnen schwer zu überprüfen ist. Im Gegensatz bemerke ich bei erfolgreicher Therapie eine Linderung meiner Beschwerden. 

Impfreaktionen im Rahmen der Immunantwort können nach jeder Impfung (auch andere Erkrankungen betreffend) auftreten, diese wie z.B. Schmerzen an der Einstichstelle, Muskelschmerzen, Fieber, Kopfweh verschwinden nach 1-2 Tagen. Sie hinterlassen keine bleibenden Schäden, diese dürfen nicht mit einer Impf-Nebenwirkung - einer schädlichen und unerwartbaren Reaktion verwechselt werden. Impf-Nebenwirkungen sind extrem selten, werden sorgfältig erfasst. Im Rahmen einer Covid 19 Schutzimpfung kann prophylaktisch Paracetamol eingenommen werden, körperliche Schonung nach der Impfung wird empfohlen.

Details zur Corona- Schutz-Impfung finden Sie auf der Plattform unter impfung.lwz-vorarlberg.at. .

Falls Sie verunsichert sind oder Fragen haben oder Ihnen die Registrierung auf der digitalen Plattform nicht möglich ist, setzen Sie sich bitte mit unserer Ordination in Verbindung - wir beraten und unterstützen Sie gern.

Bei jeder Information, die Sie erhalten, empfehle ich Ihnen die Quelle der Information genau zu prüfen.

Bitte informieren Sie sich auch über öffentliche Einrichtungen wie das Robert Koch Insitut ( www.rki.de ), das Paul Ehrlich Institut ( www.pei.de ), der Europäischen Arzneimttel Agentur (  www.ema.europa.eu  ) oder das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz ( www.sozialministerium.at ) bzgl. der aktuellen Situation Covid 19 betreffend und allgemeine Impfempfehlungen in Österrreich.

Informationen zu Reiseimpfungen finden Sie auch unter https://www.auswaertiges-amt.de (bzw. die App Sicher Reisen).